PV+Ertrag

Verschattung-Horizontverschattung

Die freie Fläche Ihres Daches sollte möglichst wenig Schatten durch Antennen, Gebäude, Kamine etc. ausgesetzt sein. Die Verschattung hat in den meisten Praxisfällen einen größeren Minderungseffekt auf die Ausbeute einer Solaranlage! Ideal ist natürlich das Dach in erhöhter Lage. Die Horizontlinie ist gegenüber einem durchschnittlich gelegenen Dach tiefer – die Tageslänge gegenüber der Normallage um einige Minuten länger – ein nicht unerheblicher Vorteil gegenüber dem Normaldach.

Die Aufständerung von Modulen auf Ost- oder Westdächern in Richtung Süden ist in den meisten Fällen übrigens ertragsmindernd! Das liegt daran, dass mit der Schrägstellung eine zusätzliche Verschattung erzeugt wird bzw. die Sonnenbahn gegenüber der dachparallelen Verlegung verkürzt wird: Lesen Sie dazu bitte auch den vorangestellten Abschnitt über den Effekt der Ausrichtung: Im Sommer beschreibt die Sonne einen Winkel von über 180 °, was dazu führt, dass auch eine südöstlich oder südwestlich orientierte Fläche noch 100% der möglichen Einstrahlung erhalten kann. Die Dachfläche kann maximal 180° der Sonnenbahn am jeweiligen Standort abdecken!

Verschattungsabschätzung

sonnenbahnindikatorDer Sonnenbahnindikator ist ein pfiffiges Gerät, um am Standort für Sonnenkollektoren mögliche Beschattungen einfach zu erkennen.
Mit diesem Gerät kann geprüft werden ob Bäume/Gebäude etc. Schatten auf geplante Modul-/Kollektorflächenwerfen. Eine Verschattung könnte die Leistungsminderung einer Solaranlage zur Folge haben. Die Sonnenbahnfolie zeigt die relevanten Jahres-Einstrahlungskurven unterteilt in die sonnenaktiven Tageszeiten. Schaut man durch das mittels Kompass nach Süden ausgerichtete Gerät, so erkennt man ob Objekte für eine be stimmte Zeit die Sonnenbahn unterbrechen, also eine Verschattung verursachen. Der Ort für die Installation von Sonnenkollektoren oder Solarmodulen ist optimal gewählt, wenn keine Verschattung, bzw. Verschattung nur zu früher oder später Tageszeit zu erkennen ist. Eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung sollte gerade in den Übergangszeiten nicht verschattet werden. Eine Anlage, die auf einem Westdach montiert ist darf natürlich nicht am Nachmittag verschattet werden.

Nie ungeschützt durch das Okular in die Sonne schauen! Beachten Sie bitte die Unfallverhütungs- vorschriften, wenn Sie den Sonnenbahn- indikator auf Dächern verwenden!

Astronomische Anmerkungen Am 21. Dezember ist in den nördlichen Breiten der kürze- ste Tag bzw die kürzeste Sonnenscheindauer und die Sonne hat ihren tiefsten Verlauf. Der 21. Juni ist demge- genüber der längste Tag, an dem die Sonne ihren höchsten Stand hat. Je nach Breitengrad lassen sich unterschiedliche Sonnenbahnen ermittelt. Für Deutschland liefert das Son- nenbahndiagramm des 51. Breitengrades hinreichend ge- naue Werte. Eine exakte Zeitangabe wann die Sonne ihren Höchst- stand(solare Südrichtung) erreicht hat, erhält man, wenn man die offiziellen Sonnenaufgangs- und Untergangszei- ten(z.B. aus der Tageszeitung) addiert und dann durch 2 teilt. Ist z.B. der Sonnenaufgang um 7:08 und der Sonnen- untergang um 17:10, so steht die Sonne genau um 12:09 am höchsten. Verschiedene Computersimulationsprogramme z.B. PVsol ermöglichen eine Eingabe der Verschattung und somit eine genaue Berechnung des solaren Deckungsgrades. Zu vernachlässigende Abweichungen: Die magnetische Nord – Süd – Richtung, mit dem Kompass gemessen, weicht von der realen Nord – Süd – Richtung je nach geografischen Verhältnissen bis zu ca. 2° ab (Fachbe- griff: Deklination). Abweichungen von der solaren Südaus- richtung gibt es auf Grund der elliptischen Bahn der Erde um die Sonne(max ca +/- 10 Min) und durch die Abwei- chung vom 15.geografischen Längengrad [(15° -x°)x 4Min Beachten sie bitte bei der Messung die Sommerzeitver- schiebung um 1 Stunde!